20min|max Kurzfilmfestival 2011

Partner

Festivalinformation “20min|max”

20min|max ist ein Kurzfilmfestival, bei dem der Name Programm ist: Filme unterschiedlichster Genres, die aber alle eine Länge von 20 Minuten nicht überschreiten, werden vom 09. bis 13. Mai 2011 in Ingolstadt gezeigt und ausgezeichnet.

Die Devise: Spannungsreichtum der Vielfalt

Die Abwesenheit jeglicher Genre-Begrenzungen macht das Ingolstädter Festival zu einem Panorama der aktuellen Kurzfilmszene. Die Vielfalt der Gattung „Kurzfilm“ wird bei 20min|max durch die direkte Abfolge der Filme, die so entstehenden Möglichkeit des Vergleichs und den gestalterischen, inhaltlichen wie erzählerischen Kontrast präsent gemacht. Diese Vorführweise unterstreicht, dass der Kurzfilm zum einen sehr viel mehr als ein Vorfilm ist und zum anderen die Auswahl und dramaturgische Anordnung der Filme in Zeiten massenhafter Videoverfügbarkeit enorme Wichtigkeit besitzt. Dass neben Audi Programmkino und Fronte Kino ein Theater und eine Grafikagentur enge Kooperationspartner des Filmfestivals sind, unterstreicht diese Herangehensweise. Ästhetische Bewertungsmaßstäbe werden von Designern angelegt, Regisseure und Dramaturgen wissen erzählerische Spannungsbögen zu beurteilen. Und ganz nebenbei wird somit eine zwischen Theater und Film teils künstlich heraufbeschworene Abgrenzung widerlegt und die unsichtbare Trennlinie zwischen Design und Kunst gesprengt. Das Ergebnis dieses Prozesses ist eine unabhängige, vielfältige, ungewohnte aber stimmige Programmauswahl, die die Wahrnehmungsgewohnheiten des 20min|max-Publikums mal hinterfragt, mal schult, mal amüsiert, mal bedient.

Die Ursprünge: Festivalgeschichte

Im Oktober 2005 hatten der Intendant des Theaters Ingolstadt, Peter Rein, und Michael Klarner (bis Ende 2008 Geschäftsführer des Ingolstädter Fernsehsenders INTV) die Idee, ein Filmfestival für Ingolstadt zu schaffen. An einem Abend sollten Kurzfilme von Ingolstädter Filmemachern im Theater Ingolstadt zu sehen sein, sollten dort eine Plattform geboten bekommen. Und so kam es, dass Ingolstadt seit dem 12. Mai 2006 sein eigenes Filmfestival hat – 20min|max. Der Name des Festivals war sogleich Programm und ist es noch heute: 20min|max besagt, dass die Filme zwar aus jedem Genre stammen, allerdings nicht länger als 20 Minuten sein dürfen. So entsteht für das Festivalprogramm eine spannende, auch spannungsreiche Mischung aus Dokumentationen, Spielfilmen, Animations- und Trickfilmen, Musik-Clips und Videokunst. Die erste Festivalausgabe 2006 fand noch eintägig im Theater Ingolstadt statt und wurde als „Lange Nacht des Kurzen Films“ zelebriert. Schon die Folgeausgabe 2007 wurde um einen Tag und eine Spielstätte erweitert – das Audi Programmkino. Weil der Erfolg ein beachtlicher war und 20min|max nicht nur deutschlandweite, sondern sogar europaweite Beachtung fand, wagte man nach einem festivalfreien Jahr 2008 (Ingolstadt war Austräger der 26. Bayerischen Theatertage) die Festival-Verlängerung auf vier Tage – drei Tage im Audi Programmkino, der finale Festivaltag mit Preisverleihung im Theater Ingolstadt. Weil auch diese dritte 20min|max-Ausgabe

2009 an allen Tagen ausverkaufte Säle verbuchen konnte, wurde das Festival 2010 auf fünf Tage ausgeweitet. Im Jahr 2011 erfährt 20min|max nicht in zeitlicher, sondern in räumlicher Hinsicht eine Erweiterung: Mit dem Fronte Kino des Stadtjugendrings Ingolstadt konnte eine Spielstätte gewonnen werden, die sich verstärkt dem jungen Publikum zuwendet und an einem Nachmittag Kurzfilme für Jugendliche präsentiert.

Die Austragungsorte: bewährte Qualität plus neue Altstadtakzente

Die zwei bisherigen Austragungsorte haben sich bewährt: Das Audi-Programmkino bietet eine hervorragende Technik, klassische Kino-Atmosphäre und 75 Besuchern Platz. Das Theater Ingolstadt gestattet den Besuchern zwei Möglichkeiten des Filmgenusses: Im Foyer wird bewusst der nonchalante Aspekt der Veranstaltung gepflegt, wo „Durchgangsverkehr“ im Publikum durchaus gewünscht ist, eine ungezwungene Stimmung herrscht und die Filmnacht in einer Party endet. Da der Besucherandrang 2009 die Kapazitäten des Theaterfoyers sprengte und den Festivalbesuchern auch weiterhin eine gute Vorführqualität gewährleistet werden sollte, nutze 20min|max 2010 zusätzlich das Große Haus des Theaters Ingolstadt. In festlicher Atmosphäre konnten ca. 700 Besucher den finalen Festivalabend genießen, für den die gesamte Bühnentechnik genutzt wurde. Durch den Abend, dessen Höhepunkt die Preisverleihung darstellte, führten zwei Schauspieler mit einer eigenen Show. Da sich in der Ingolstädter Innenstadt noch keines der Altstadtkinos rehabilitieren konnte, nutzt 20min|max dieses Jahr das neu eingerichtete Fronte Kino als dritte Vorführstätte, das mit aktueller Bild- und Tontechnik und lockerer Atmosphäre seit Januar 2011 das film-kulturelle Vakuum im Zentrum Ingolstadts füllt.

Der Wettbewerb: flexible Kategorienbildung

Alle bei 20min|max gezeigten Filme laufen automatisch im Wettbewerb, dessen Preiskategorien nach Abschluss der Einsendefrist von der Jury Jahr für Jahr neu festgelegt werden. So kann nicht nur auf Trends und neue Tendenzen reagiert werden, auch förderungswürdige Strömungen können so besonders honoriert werden. 2010 wurden bei 20min|max an den fünf Festivaltagen fast neunzig Filme gezeigt. Ein mit 1.000 Euro dotierter Preis wurden dem besten internationalen Film verliehen; Preise über je 500 Euro erhielten der beste nationale Spielfilm sowie zwei Nachwuchs-Regisseure, ein weiterer Preis ging an den besten Dokumentarfilm, und die Jury vergab einen Sonderpreis.

Die Impulse: Von Ingolstadt aus erfolgreich

Schon bei der ersten 20min|max-Ausgabe 2006 wurde klar, dass man sich nicht allein auf Ingolstädter Einreichungen beschränken würde, da schon zum Festivalursprung Einreichungen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz eintrafen. Mehr und mehr entdecken inzwischen auch Filmschaffende aus dem europäischen Ausland, ja aus der ganzen Welt 20min|max für sich. Der regionale Aspekt nimmt dennoch und nach wie vor einen wichtigen Stellenwert ein: wie in den vergangenen Jahren wird das Festival auch 2011 Kurzfilme aus der Region 10 präsentieren und regionale Filmemacher können sich während der Festivalwoche austauschen und vernetzen.

Das Erscheinungsbild: Ein Film für sich

Das Erscheinungsbild von 20min|max, Plakate, Programmheft und Festivaltrailer werden von xhoch4 jährlich unter ein bestimmtes, künstlerisches Motto gestellt, über das in der Ausschreibung zu Kunst, Grafik, Experiment und eigenem Ausdruck aufgerufen wird. Ein solches Konzept zieht sich konsequent bis zur Preisverleihung durch, auf der 2009 beispielsweise die Trailerfiguren live in Erscheinung traten. Wie bereits in den letzten zwei Jahren wird ein Trailer gedreht, der das Erscheinungsbild des Festivals aufgreift. Die Gestaltung 2011 basiert auf elementaren Filmsymbolen: das Play-Symbol aus dem Logo wird als markantes Element aufgegriffen. Im Dreieck ist ein Kreis untergebracht, dessen graue Schattierungen der Kreisviertel an den so genannten „movie countdown“ älterer Filme erinnert. Aus dem Zentrum des Kreises breiten sich 20 Linien aus, lassen abstrahiert an Prismen und Lichtbrechung denken und stehen für die 20 Minuten, die ein Film dauern kann – aber nicht muss.

In der Kürze liegt die Würze

Oder mit anderen Worten: in der Konzentration auf das Wesentliche wird das filmische Anliegen im Kurzfilm pointiert dargebracht. Es ist der Kurzfilm, der es versteht, die zentralen inhaltliche Aspekte auf direkte, nebulöse, unterhaltsame, spannende oder kunstvolle Art auf Film zu bannen.

Und genau dafür steht 20min|max.