20min|max 2015 – CALL FOR ENTRIES

Für die 9. Ausgabe des Internationalen Kurzfilmfestivals 20min|max können Kurzfilme – ergo Animations-, Spiel-, Dokumentar-, Experimentalfilme, Musikvideos – mit einer Länge von maximal 20 Minuten über die Internetplattform reelport.com eingereicht werden.

Bei reelport.com anmelden – Daten eintragen – Filme hochladen!

Das Reglement für die Teilnahme am 20min|max-Wettbewerb 2015 kann hier heruntergeladen werden.

Der Call startet am 03. November 2014.
Deadline für Einreichungen ist der 02. Februar 2015.

Wir freuen uns auf eure Kurzfilme!

Alternativ: Für Einreichungen per Post kann ein Anmeldeformular hier heruntergeladen werden. Das ausgefüllte Formular und den Film auf DVD bitte bis 02. Februar 2015 (Posteingang!) an das Festivalbüro in Ingolstadt schicken:

20min|max Internationales Kurzfilmfestival, Schulstr. 1 ½ , 85049 Ingolstadt

Hinsichtlich Fristen, möglicher Datenformate und Rechte bitte Reglement beachten. Wir behalten uns vor, den Film für die Vorsichtung digital auf dem reelport-Festival-Account zur Verfügung zu stellen.

 

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DIE 20 MIN | MAX – GEWINNER 2014

BAKAYA
Mohamed Berro
Beirut / Libanon, 2014, 18:00 Min.
Spielfilm

“BAKAYA”, “REMAINS”, “Hinterlassenschaften” ist der libanesische Film benannt, der sich mit Gewalt, Tod und Krieg auseinandersetzt. Nur schwer zu ertragende dokumentarische Kriegsbilder werden anscheinend belanglosen Handlungen entgegengesetzt, die auch aus einem Experimentalfilm entstammen könnten. Ein Spannungfeld entsteht, dessen Tiefe einen einsaugt. Besonders überzeugt das ausgeprägte Gefühl für Rhythmus, der teils brutale Schnitt, der Umgang mit Musik und Stille, der Einsatz von Aufblende und Abblende. All dies zeugt von größter Meisterschaft. Seine Tiefe und übernationale Bedeutung beweist “Bakaya” unter anderem auch damit, dass er mit der Stimme des fortschrittsungläubigen Philosophen Michel Fouccault beginnt und im Film das Titelblatt von Thomas Hobbes “Leviathan” gezeigt wird, dessen herrschergläubige Staatsphilosophie Grundlage des aufgeklärten Absolutismus war. Für den Film spricht allerdings auch, dass diese zahlreichen Verweise nicht notwendig für das Verständnis des Films sind, sondern nur eine weitere Interpretationsdimensionen öffnen. Denn einfache Antworten gibt es ebensowenig wie einfache Erklärungen.

“Bakaya” schafft, was nur wenige Filme schaffen. Er lässt einen nicht los, brennt sich einem ins Hirn ein. Unauslöschlich.

Hauptpreis des 8. Internationalen Kurzfilmfestivals 20minmax 2014
gestiftet von der AUDI AG
dotiert mit einem Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro

 

BLUE BLUE SKY
Bigna Tomschin
Zürich / Schweiz, 2014, 09:13 Min.
Spielfilm

Wie kann man sich am Geschicktesten dem Thema Tod, einem der meistverdrängten Themen in unserer als modern geltenden Gesellschaft nähern? Nicht mit Bedeutung, Wichtigkeit und Schwere, sondern mit Leichtigkeit, Witz und Augenzwinkern. Indem man die schwebende Sprachlosigkeit formuliert, ihr aber gleichzeitig den Wind unter den Flügeln belässt.

“Blue Blue Sky” gelingt dies mit überzeugender Souveränität, die nicht zuletzt der Glaubhaftigkeit der Kind-Perspektive zu verdanken ist. Wir hören nicht einem Erwachsenen zu, der seine philosophischen Weisheiten lediglich in den Mund eines Kindes legt, sondern wir folgen den wunderbar kreativen und dadurch wahren Gedankengängen eines jungen Menschen, der sich die Welt noch baut. Gerade dadurch gelingt es “Blue Blue Sky” ein Film für Kinder und Erwachsene zu sein und das mit hohem stilistischen Geschick in allen Bereichen. Ein Film, der die Rolläden aufmacht und den frischen Blick erzeugt.
Aber das ist eigentlich alles gar nicht so wichtig.
Es ist einfach ein toller Film.

20minmax Preis
gestiftet von der Sparkasse Ingolstadt
dotiert mit 500 Euro

 

LA LAMPE AU BEURRE DE YAK / BUTTER LAMP
Hu Wei
Paris, Frankreich, 2013, 15:00 Min.
Spielfilm

Nur selten gelingt es, Komik und Politik gewollt fruchtbar zu kombinieren. Noch seltener entsteht aus dieser Kombination auch noch ein wundervolles Portrait einer Kultur. Voll Menschlichkeit und Witz lässt “Butter Lamp” die Protagonisten vor wechselnden Hintergründen auflaufen und besticht dabei durch höchstes Geschick bei der Motivwahl. Jede Kombination beinhaltet eine derart tiefe und offenkundige Absurdität, die allein schon durch ihre Differenz höchste Kulturkritik erzeugt. Dabei weist “Butter Lamp” auch über den regionalen Bezug hinaus, indem es eine allzu grosse Fortschrittsgläubigkeit, die den eigentlichen Kern der Kultur zerstört, beispielhaft hinterfragt.

Die Reduktion auf einen Ort und ein Prinzip ist dabei alles andere als eine Einschränkung, sondern öffnet im Gegenteil gerade die Räume, die eine Auseinandersetzung mit Kultur gerade ermöglichen. Und das alles mit einem grossen Gespür für Humor.

20minmax-Preis
gestiftet vom Verein zur Förderung der Filmkultur – von der Rolle e.V.
dotiert mit 500 Euro

 

MARTHA
Sophie Averkamp
München / Deutschland, 2013, 12:18 Min.
Spielfilm

Ein Ort, eine Schauspielerin, eine Situation. Aber vor allem: eine herausragend starke schauspielerische Leistung, deren Menschlichkeit einen mitnimmt und gefangen hält. Der Zuschauer folgt gespannt der Protagonistin, lebt die klaustrophobischen Emotionen mit. Zentrale Schlüssel für die überzeugende Kraft von “Martha” liegen auch in der souveränen Regiearbeit, dem klaren Schnitt, der sich einfügenden Ausleuchtung. Und nicht zuletzt in der Qualität des Drehbuches, das sich bewusst fokussiert und das Ende des Filmes der Interpretation des Zuschauers überlässt. Dies alles erzeugt als starke Teamarbeit einen Kurzfilm, der erfrischenderweise nicht mehr sein will, als er ist und gerade dadurch eine herausragende Qualität erreicht, denn alles, was er macht, macht er mit großer Souveränität und Überzeugung, mit Kraft und Menschlichkeit, mit Können und Geschick.

20minmax-Preis
gestiftet von der IFG Ingolstadt
dotiert mit 500 Euro

 

AUSCHWITZ ON MY MIND
Assaf Machnes
Tel Aviv / Israel, 2013, 16:07 Min.
Spielfilm

Wie kann man mit der Katastrophe, dem Holocaust, der Shoah als heutige Generation der Nachgeborenen umgehen? Was kann man dem Unfasslichen entgegensetzen?
Aus Bertolt Brechts “An die Nachgeborenen”:

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!

“Auschwitz on my mind” schafft den eigentlich unschaffbaren Spagat. Erzählt über Liebe ohne über die Verbrechen zu schweigen oder sie auch nur unwichtiger zu machen. Und das mit einer erstaunlichen, unerwarteten Leichtigkeit und noch dazu mit grossem Humor.
Ein herausragendes Drehbuch, wunderbar fein spielende, überzeugende Protagonisten und eine souveräne Regiearbeit machen aus “Auschwitz on my mind” einen grossartigen Film, der verstanden hat, dass man dem grössten Verbrechen das Leben, den Witz und die Liebe entgegensetzen muss.

20minmax Preis
gestiftet von der Sparkasse Ingolstadt
dotiert mit 500 Euro