INTERNATIONALES KURZFILMFESTIVAL 20MIN|MAX

Beim Internationalen Kurzfimfestival 20min|max ist der Name Programm: Alle gezeigten Shorts sind maximal 20 Minuten lang.

DIE DEVISE: SPANNUNGSREICHTUM DER VIELFALT

In der Festivalwoche im Juni laufen rund 50 Kurzfilme im Wettbewerb und bringen die aktuelle Kurzfilmszene nach Ingolstadt. 20min|max wird vom „Verein zur Förderung der Filmkultur – Von der Rolle e.V.“ und dem Stadttheater Ingolstadt in Kooperation mit dem Kulturreferat der Stadt Ingolstadt veranstaltet und versteht sich als Plattform für Filmbegeisterte und Filmemacher. Die verschiedenen Spielstätten – Audi Programmkino, Museum für Konkrete Kunst, Altstadtkinos und Stadttheater Ingolstadt – unterstreichen das Konzept der Vielfalt, das sich auch im Programm widerspiegelt.
In den täglichen Vorführungen bietet die direkte Abfolge von Spiel- und Dokumentarfilmen, Animations- und Kinderfilmen, Videokunst und Musikclips die Möglichkeit, unterschiedliche Macharten, Themen und Stimmungen zu vergleichen und Kontraste herauszustellen. Das Festival vereint durch die Filmauswahl und dramaturgische Anordnung der Shorts künstlerischen Anspruch mit hohem Unterhaltungswert.
Mit der großen Bandbreite an Filmnationen und damit auch an Filmkulturen schafft das Festival Fenster zu verschiedenen Welten: In fremden Sprachen, mit ungewohnter Spannung und seltsamem Humor erzählen Kurzfilme ihre Geschichten, zeigen neue Perspektiven und Formsprachen, experimentieren mit Ästhetik und Rhythmus.
Die kurze Filmform schafft dabei, was der Langfilm nicht immer leisten kann: Alles ist möglich! Witze und Kurzgeschichten, Portraits und visuelle Spielerein, Statements und Stimmungen werden in verdichteter Form vermittelt. Im Kurzfilm bringen Filmemacher Themen pointiert dar und konzentrieren sich auf das Wesentliche.

DER WETTBEWERB: IM PLURAL

20min|max schreibt ab November 2014 den Kurzfilm-Wettbewerb aus, bei dem künstlerische Ausdrucksstärke, eigenständige Formensprache, bestechende Geschichten – ergo: Gesamtkunstwerke aus Licht und Ton vorgestellt und prämiert werden. Alle Genres sind zugelassen, einzige Einschränkung ist die maximale Filmlänge von 20 Minuten. Aufgerufen sind Filmhochschulen, Kunstakademien, Designschmieden, Graphikerschulen, sonstige gestalterische Fachbereiche sowie freischaffende Filmemacher und Künstler, ihre Filme einzureichen.
Ein zweiter Wettbewerb wird für Musiker ausgerichtet, bei dem es gilt, bewegte Bilder zu vertonen: 20min|max gibt ab Februar 2015 einen Stummfilm vor, der visuelle Vorlage für eigene Musik, Sprache und Geräusche ist. Der Wettbewerb ist für alle Musikrichtungen offen, jegliche Stile sind erlaubt. Der Gewinner präsentiert seine Vertonung des Stummfilms zur 20min|max-Musik-Rolle live vor Publikum.
Die 20min|max-Preise werden von einer unabhängigen Jury vergeben, die aus Regisseuren, Produzenten, Filmschaffenden, Schauspielern, Wissenschaftlern und Künstlern besteht. Zur 9. Ausgabe gibt es erstmals eine Jugend-Jury, die über einen der Preise entscheidet. Die beste Vertonung wählen Musiker, Komponisten und Sounddesigner.

DIE URSPRÜNGE: FESTIVALGESCHICHTE

Im Oktober 2005 hatten der ehemalige Intendant des Theaters Ingolstadt, Peter Rein, und Michael Klarner, ehemaliger Geschäftsführer des Ingolstädter Fernsehsenders INTV, die Idee, ein Filmfestival für Ingolstadt zu schaffen. An einem Abend sollten Kurzfilme von Ingolstädter Filmemachern im Stadttheater Ingolstadt zu sehen sein, sollten dort eine öffentliche Plattform bekommen. Seit dem 12. Mai 2006 hat Ingolstadt sein eigenes Filmfestival – 20min|max. Die erste Festivalausgabe fand eintägig im Stadttheater Ingolstadt statt und wurde als „Lange Nacht des Kurzen Films“ zelebriert. Schon die Folgeausgabe 2007 wurde um einen Tag und eine Spielstätte erweitert – das Audi Programmkino. Der Erfolg war beachtlich und 20min|max fand nicht nur deutschlandweite, sondern europaweite Beachtung. Zur nächsten Ausgabe 2009 wagte man eine Festival-Verlängerung auf vier Tage – drei davon im Audi Programmkino und der finale Festivaltag mit Preisverleihung im Theater Ingolstadt. Da auch zur dieser 20min|max-Ausgabe alle Vorstellungen ausverkauft waren, wurde das Festival 2010 auf fünf Tage ausgeweitet. Ein Jahr später wuchs 20min|max auch in räumlicher Hinsicht: Mit dem Fronte Kino im Jugendzentrum Fronte79 des Stadtjugendrings Ingolstadt konnte eine Spielstätte gewonnen werden, die sich verstärkt dem jungen Publikum zuwendete und an einem Nachmittag Kurzfilme für Kinder und Jugendliche zeigte. Nachdem im Herbst 2011 am Stadttheater die neue Sparte „Junges Theater“ entstanden war, verlegte 20min|max die Kinderfilmvorstellung im Jahr 2012 in die Werkstattbühne. Zu dieser sechsten Ausgabe initiierte 20min|max den Filmmusik-Wettbewerb, der erstmals Musiker aller Stilrichtungen aufrief, einen Stummfilm zu vertonen. Zwei Kompositionen erhielten neben einem Geldpreis auch die Filmrechte für die Veröffentlichung. Neben den etablierten Kurzfilmvorstellungen widmete sich 20min|max im Jahr 2013 mit der Kunst-Rolle explizit dem Experimentalfilm und verband die cineastische Präsentation von Videokunst mit einer Videokunst-Ausstellung des Kunstvereins Ingolstadt. Im selben Jahr differenzierte sich das Angebot für junges Publikum: Für Schüler ab 14 Jahren lief im Fronte Kino ein Jugendprogramm und im Jungen Theater wurden Kurzfilme für Kinder ab 6 Jahren gezeigt. Eine Neuerung zur 9. Ausgabe im Jahr 2014 war der Nationen-Schwerpunkt, der im Union Kino der Altstadtkinos lief. Eine Auswahl von chinesischen Shorts portraitierte die aktuelle Kurzfilmszene Chinas und zeigten deren vielfältige Themen und facettenreiche Ästhetik. Das Museum für Konkrete Kunst wurde Festival-Spielstätte für Experimentalfilme und Videokunst-Arbeiten des Wettbewerbs: im Erdgeschoss des Museums fanden die künstlerischen Arbeiten eine museale Umgebung, wo sie während der ganzen Festivalwoche zu sehen waren.

DAS RESULTAT: INGOLSTADT INTERNATIONAL

Schon bei der ersten 20min|max-Ausgabe 2006 wurde klar, dass man sich nicht allein auf Ingolstädter Einreichungen beschränken konnte, da bereits zur Festivalpremiere Einreichungen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz eintrafen. Von Jahr zu Jahr entdeckten mehr Filmschaffende aus dem europäischen Ausland und aus der ganzen Welt 20min|max für sich. Im Jahr 2014 erreichte das Festival erneut einen Rekord an internationalen Einsendungen: Aus 87 verschiedenen Ländern wurden Kurzfilme in Ingolstadt eingereicht. Durch 20min|max ist die Stadt Ingolstadt also auf der internationalen Festivallandkarte markiert und etabliert. Der regionale Aspekt bleibt dennoch erhalten: Wie in den vergangenen Jahren will das Festival auch in Zukunft Kurzfilme aus der Region 10 präsentieren, und regionale wie überregionale Filmemacher haben die Möglichkeit, sich während der Festivalwoche auszutauschen und zu vernetzen.